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Fellpflege im Alltag

Wie oft sollte ich meinen Hund bürsten?

Manche Hunde brauchen nur gelegentlich eine gründliche Bürstenrunde, andere deutlich häufiger. Wie oft Sie Ihren Hund bürsten sollten, hängt vor allem von Felllänge, Fellstruktur, Unterwolle und der Jahreszeit ab.

Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare, hilft dabei, Verfilzungen frühzeitig zu erkennen und gibt Ihnen gleichzeitig die Möglichkeit, Fell und Haut Ihres Hundes aufmerksam im Blick zu behalten.

Die kurze Antwort

So oft wie nötig – und passend zum Fell.

Eine feste Regel wie „einmal pro Woche“ passt nicht zu jedem Hund. Während bei kurzem, pflegeleichtem Fell größere Abstände ausreichen können, benötigen langes, dichtes oder zu Verfilzungen neigendes Fell meist deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Kurzes Fell

Bei vielen kurzhaarigen Hunden reicht regelmäßiges Bürsten in größeren Abständen aus. Während des Fellwechsels kann eine häufigere Pflege sinnvoll sein, um lose Haare aus dem Fell zu entfernen.

Langes oder seidiges Fell

Längeres Fell sollte häufiger kontrolliert und gebürstet werden. Besonders an Stellen mit viel Bewegung oder Reibung können sonst schnell Knoten und Verfilzungen entstehen.

Dichtes Fell mit Unterwolle

Bei dichter Unterwolle ist regelmäßiges gründliches Ausbürsten besonders wichtig. Während des Fellwechsels kann der Pflegebedarf deutlich zunehmen.

Wichtiger als ein fester Zeitplan:
Kontrollieren Sie das Fell Ihres Hundes regelmäßig mit den Händen. Lassen sich die Haare gut voneinander trennen und mit Bürste oder Kamm problemlos bis zur Haut durchgehen, ist das ein gutes Zeichen. Entstehen bereits kleine Knoten, sollte die Pflege nicht bis zum nächsten geplanten Bürstentag warten.

Besonders aufmerksam sein

Diese Stellen verfilzen besonders schnell.

Knoten entstehen häufig dort, wo Fell aneinanderreibt, viel Bewegung stattfindet oder Feuchtigkeit länger im Fell bleibt. Gerade bei längerem oder dichtem Fell lohnt es sich, diese Bereiche regelmäßig zu kontrollieren.

Hinter den Ohren

Das feine Fell hinter und unter den Ohren kann sich schnell verknoten. Kleine Verfilzungen werden hier leicht übersehen, wenn nur oberflächlich über das Fell gebürstet wird.

Achseln & Brust

Durch die ständige Bewegung der Vorderbeine entsteht viel Reibung. Auch Brustgeschirre können das Fell zusätzlich beanspruchen und die Bildung von Knoten begünstigen.

Beine & Pfoten

Längeres Fell an Beinen und Pfoten kommt häufig mit Feuchtigkeit, Schmutz und kleinen Pflanzenteilen in Kontakt. Regelmäßiges Kontrollieren und vorsichtiges Durchkämmen ist hier besonders sinnvoll.

Hals & Nacken

Unter Halsband oder Geschirr wird das Fell regelmäßig zusammengedrückt und bewegt. Bei längerem Fell können dadurch unbemerkt Knoten entstehen.

Bauch & Innenschenkel

Das Fell ist hier häufig weicher und feiner. Gleichzeitig bewegen sich die Haare bei jedem Schritt gegeneinander, wodurch sich kleine Knoten schnell festsetzen können.

Rute & Hinterhand

Bei Hunden mit längerer Behaarung sollten auch Rute und Hinterhand regelmäßig kontrolliert werden. Besonders dichtes Fell lässt sich hier leicht nur oberflächlich bürsten.

Ein häufiger Fehler beim Bürsten:
Die Oberfläche sieht gepflegt aus, während sich darunter bereits kleine Knoten gebildet haben. Teilen Sie längeres oder dichtes Fell deshalb abschnittsweise und prüfen Sie vorsichtig, ob Bürste oder Kamm auch durch die tieferen Fellschichten gleiten.

Das passende Werkzeug

Welche Bürste passt zu welchem Fell?

Nicht jede Bürste eignet sich für jedes Fell. Entscheidend sind Felllänge, Dichte, Unterwolle und die Frage, ob das Fell eher glatt, lockig, seidig oder kräftig ist. Mit dem passenden Werkzeug wird die Pflege gründlicher und für Ihren Hund angenehmer.

Zupfbürste

Eine Zupfbürste eignet sich für viele mittel- bis langhaarige Felltypen. Ihre feinen, gebogenen Metallstifte können lose Haare aufnehmen und dabei helfen, kleinere Knoten vorsichtig zu lösen.

Wichtig ist ein sanfter Umgang ohne starken Druck, damit die Haut nicht unnötig gereizt wird.

Kamm

Ein Kamm ist besonders hilfreich, um nach dem Bürsten zu kontrollieren, ob das Fell wirklich bis in die Tiefe frei von Knoten ist. Je nach Fell eignen sich unterschiedliche Abstände zwischen den Zinken.

Bleibt der Kamm immer wieder an derselben Stelle hängen, sollte nicht mit Kraft weitergezogen werden.

Unterwollbürste oder Unterwollkamm

Bei Hunden mit dichter Unterwolle können geeignete Pflegewerkzeuge helfen, bereits gelöste Unterwolle aus dem Fell zu holen. Besonders während des Fellwechsels kann dies die regelmäßige Pflege erleichtern.

Dabei sollte immer darauf geachtet werden, Deckhaar und Haut nicht durch zu intensives Bürsten zu belasten.

Weiche Bürste

Bei kurzem oder feinem Fell kann eine weichere Bürste ausreichen, um lose Haare und oberflächlichen Schmutz zu entfernen. Viele Hunde empfinden diese Form der Pflege zudem als angenehm.

Auch zum ruhigen Gewöhnen von Welpen an regelmäßige Bürstenpflege kann ein sanftes Werkzeug sinnvoll sein.

Eine Bürste allein reicht nicht immer aus.

Gerade bei langem, dichtem oder lockigem Fell kann eine Kombination verschiedener Werkzeuge sinnvoll sein. Die Bürste übernimmt die eigentliche Fellpflege, während ein Kamm anschließend zeigt, ob auch tiefere Fellschichten frei von Knoten sind.

Wichtig ist nicht nur womit, sondern auch wie Sie bürsten.
Arbeiten Sie lieber in kleinen Fellpartien und mit ruhigen Bewegungen, anstatt kräftig durch Widerstände zu ziehen. Stößt die Bürste auf einen Knoten, sollte dieser vorsichtig und Stück für Stück gelöst werden. Größere oder hautnahe Verfilzungen gehören besser in erfahrene Hände.

Schritt für Schritt

So bürsten Sie Ihren Hund richtig.

Eine gründliche Fellpflege braucht weder Hektik noch besonders viel Kraft. Viel wichtiger sind ein ruhiger Ablauf, das passende Werkzeug und ein systematisches Vorgehen, bei dem keine Fellpartien übersehen werden.

Schritt 1

In Ruhe beginnen

Wählen Sie einen ruhigen Platz und lassen Sie Ihren Hund zunächst ankommen. Besonders bei jungen oder sensiblen Hunden sind kurze, positive Pflegeeinheiten oft angenehmer als eine lange Bürstensitzung.

Schritt 2

Das Fell abschnittsweise bearbeiten

Arbeiten Sie bei längerem oder dichtem Fell nicht nur über die Oberfläche. Teilen Sie das Fell in kleinere Partien und bürsten Sie diese nacheinander vorsichtig durch.

Schritt 3

Problemstellen nicht vergessen

Kontrollieren Sie besonders die Bereiche hinter den Ohren, unter den Achseln, an Brust und Bauch sowie Beine, Pfoten und alle Stellen unter Halsband oder Geschirr.

Schritt 4

Nicht durch Knoten ziehen

Treffen Sie auf einen Widerstand, ziehen Sie Bürste oder Kamm nicht mit Kraft hindurch. Kleine Knoten lassen sich vorsichtig Stück für Stück bearbeiten. Bei festen oder hautnahen Verfilzungen sollte nicht weiter daran gezogen werden.

Schritt 5

Mit dem Kamm kontrollieren

Bei dafür geeigneten Felltypen können Sie anschließend mit einem Kamm prüfen, ob das Fell auch in tieferen Schichten frei durchgängig ist. So lassen sich Stellen entdecken, die beim oberflächlichen Bürsten leicht übersehen werden.

Schritt 6

Positiv beenden

Beenden Sie die Pflege möglichst in einer ruhigen Situation. Gerade bei Welpen und sensiblen Hunden helfen angenehme, überschaubare Erfahrungen dabei, Bürsten langfristig als normalen Teil des Alltags kennenzulernen.

Lieber regelmäßig kurz als selten und sehr lange.

Wenn das Fell regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird, entstehen größere Knoten und Verfilzungen oft gar nicht erst. Gleichzeitig gewöhnt sich Ihr Hund an Berührungen, Bürste und Kamm – und die Fellpflege wird für beide Seiten zur vertrauten Routine.

Wann sollten Sie lieber aufhören?
Sitzt eine Verfilzung sehr fest oder direkt an der Haut, reagiert Ihr Hund empfindlich oder lässt sich die Stelle nicht ohne Ziehen bearbeiten, sollte nicht mit Gewalt weitergebürstet werden. Im Hundesalon kann beurteilt werden, wie sich die betroffene Fellpartie möglichst schonend pflegen lässt.

Wenn besonders viele Haare fliegen

Im Fellwechsel darf es häufiger sein.

Während des Fellwechsels kann sich der Pflegebedarf deutlich verändern. Besonders Hunde mit dichter Unterwolle verlieren zeitweise große Mengen loser Haare, die sich im übrigen Fell festsetzen können.

Lose Unterwolle entfernen

Regelmäßiges Bürsten hilft dabei, bereits gelöste Unterwolle aus dem Fell zu holen. Je dichter das Haarkleid ist, desto wichtiger kann eine gründliche Pflege während dieser Zeit werden.

Den Rhythmus anpassen

Ein Bürstenrhythmus, der außerhalb des Fellwechsels gut funktioniert, kann vorübergehend nicht mehr ausreichen. In dieser Phase lohnt es sich, das Fell häufiger zu kontrollieren und bei Bedarf öfter zu bürsten.

Nicht endlos weiterbürsten

Viel loses Fell bedeutet nicht, dass immer weitergebürstet werden sollte. Arbeiten Sie ruhig und ohne starken Druck und gönnen Sie Ihrem Hund Pausen, wenn die Pflege länger dauert.

Fellwechsel findet nicht bei jedem Hund gleich statt.

Felltyp, Haltung, Alter und individuelle Haarstruktur beeinflussen, wie deutlich ein Hund sein Fell wechselt. Manche Hunde verlieren innerhalb kurzer Zeit sehr viel Unterwolle, bei anderen verläuft der Wechsel wesentlich unauffälliger.

Wenn zu Hause kaum noch ein Ende in Sicht ist:
Bei sehr dichter oder festsitzender Unterwolle kann eine gründliche professionelle Fellpflege sinnvoll sein. Dabei lässt sich lose Unterwolle systematisch ausarbeiten, ohne das Deckhaar unnötig zu belasten.

Besser vermeiden

5 typische Fehler beim Bürsten.

Regelmäßiges Bürsten ist eine wichtige Grundlage für gepflegtes Fell. Doch nicht nur die Häufigkeit zählt. Auch Technik, Werkzeug und ein ruhiger Umgang entscheiden darüber, wie angenehm und gründlich die Fellpflege für Ihren Hund ist.

Fehler 1

Nur über die Oberfläche bürsten

Besonders bei langem oder dichtem Fell kann die Oberfläche gepflegt aussehen, obwohl sich darunter bereits Knoten bilden. Teilen Sie das Fell deshalb abschnittsweise und arbeiten Sie sich vorsichtig durch die tieferen Fellschichten.

Fehler 2

Mit Kraft durch Knoten ziehen

Bleibt Bürste oder Kamm hängen, sollte nicht kräftiger gezogen werden. Das kann für den Hund unangenehm sein und die Haut belasten. Kleine Knoten besser vorsichtig und Stück für Stück bearbeiten.

Fehler 3

Problemstellen übersehen

Hinter den Ohren, unter den Achseln, an Bauch und Beinen sowie unter Halsband oder Geschirr entstehen besonders leicht Verfilzungen. Diese Bereiche sollten bei jeder Pflegerunde bewusst kontrolliert werden.

Fehler 4

Das falsche Werkzeug verwenden

Eine Bürste, die bei einem Felltyp gut funktioniert, muss für einen anderen nicht geeignet sein. Werkzeug und Technik sollten deshalb immer zu Felllänge, Dichte und Unterwolle Ihres Hundes passen.

Fehler 5

Zu lange warten

Werden kleine Knoten früh erkannt, lassen sie sich häufig noch vorsichtig bearbeiten. Bleibt die Fellpflege dagegen längere Zeit aus, können daraus feste oder hautnahe Verfilzungen entstehen. Regelmäßige kurze Kontrollen sind deshalb oft angenehmer als seltene, sehr lange Pflegesitzungen.

Und wenn Ihr Hund Bürsten überhaupt nicht mag?
Dann lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen. Kurze Einheiten, ruhige Bewegungen und positive Erfahrungen können helfen, die Fellpflege neu aufzubauen. Besonders bei Welpen und sensiblen Hunden sollte nicht versucht werden, eine komplette Pflegeroutine gegen deutlichen Widerstand durchzusetzen.

Kurz zusammengefasst

Wie oft bürsten? Das Fell gibt den Rhythmus vor.

Wie häufig Ihr Hund gebürstet werden sollte, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Kurzes, pflegeleichtes Fell benötigt meist weniger Aufmerksamkeit als langes, dichtes oder zu Verfilzungen neigendes Fell.

Entscheidend ist deshalb der tatsächliche Zustand des Fells. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob sich die Haare gut trennen und ohne starken Widerstand durchbürsten oder durchkämmen lassen. Kleine Knoten sollten möglichst früh entdeckt werden, bevor daraus feste Verfilzungen entstehen.

Während des Fellwechsels oder bei dichter Unterwolle kann vorübergehend häufigeres Bürsten sinnvoll sein. Ebenso kann sich der Pflegebedarf verändern, wenn das Fell länger wird oder durch Geschirr, Feuchtigkeit und viel Bewegung stärker beansprucht wird.

Elkes Empfehlung:
Machen Sie die Fellpflege lieber zu einer regelmäßigen, kurzen Routine, statt erst dann zur Bürste zu greifen, wenn bereits Knoten entstanden sind. So bleibt das Fell leichter kontrollierbar und Ihr Hund kann sich an die Pflege als selbstverständlichen Teil seines Alltags gewöhnen.

Häufige Fragen

Fragen rund ums Bürsten und die Fellpflege.

Wie oft und wie intensiv gebürstet werden sollte, hängt immer vom individuellen Fell ab. Diese Antworten geben Ihnen eine praktische Orientierung für den Alltag.

Kann man einen Hund zu oft bürsten?

Ja, auch beim Bürsten kommt es auf das richtige Maß an. Zu häufiges oder sehr intensives Bürsten mit ungeeignetem Werkzeug kann Haut und Fell unnötig beanspruchen. Entscheidend sind Felltyp, verwendete Bürste und eine sanfte Technik. Regelmäßige kurze Pflegerunden sind meist sinnvoller als langes und kräftiges Bürsten.

Sollte ich meinen Hund vor oder nach dem Baden bürsten?

Vor dem Baden sollte das Fell gründlich kontrolliert und möglichst frei von Knoten sein. Vorhandene Verfilzungen können sich durch Wasser und anschließendes Trocknen weiter festsetzen. Je nach Felltyp kann auch nach dem Baden und vollständigen Trocknen ein erneutes vorsichtiges Bürsten sinnvoll sein.

Was kann ich tun, wenn mein Hund sich nicht gerne bürsten lässt?

Beginnen Sie mit kurzen, ruhigen Pflegeeinheiten und bearbeiten Sie zunächst Stellen, an denen Ihr Hund Berührungen gut akzeptiert. Bürsten sollte nicht gegen deutlichen Widerstand erzwungen werden. Besonders bei Welpen und sensiblen Hunden können kleine positive Erfahrungen dabei helfen, langsam Vertrauen in die Pflegeroutine aufzubauen.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Verfilzungen hat?

Verfilzungen fühlen sich häufig wie feste oder verdichtete Fellbereiche an. Bei längerem Fell können sie unter einer gepflegt wirkenden Oberfläche verborgen sein. Kontrollieren Sie deshalb besonders Ohren, Achseln, Bauch, Beine und Bereiche unter Halsband oder Geschirr und prüfen Sie vorsichtig, ob sich das Fell bis in die Tiefe durchkämmen lässt.

Wie oft sollte ich meinen Hund während des Fellwechsels bürsten?

Während des Fellwechsels kann deutlich häufigeres Bürsten sinnvoll sein als im restlichen Jahr. Einen festen Rhythmus gibt es jedoch auch hier nicht. Bei Hunden mit viel Unterwolle kann zeitweise eine tägliche Kontrolle sinnvoll sein, während andere Hunde wesentlich weniger Unterstützung benötigen.

Fellpflege passend zu Ihrem Hund

Unsicher, welche Fellpflege Ihr Hund braucht?

Felllänge, Unterwolle und Fellstruktur bestimmen, wie häufig und intensiv ein Hund gepflegt werden sollte. Elke schaut sich das Fell Ihres Hundes genau an und bespricht mit Ihnen, welche Pflege sinnvoll ist – im Salon und auch für die Zeit zwischen den Terminen.

Gute Fellpflege beginnt nicht erst im Hundesalon.
Mit der passenden Bürste, regelmäßigen Kontrollen und einer Pflegeroutine, die zu Ihrem Hund passt, können Sie auch zu Hause viel für ein gepflegtes Fell tun.

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